Start
Die Reise
Säuger in Namibia
Vögel in Namibia
Insekten in Namibia
Amphibien in Namibia
Das Fazit
Reisetipps
Links
Kontakt
http://namibia2009.de/

Welcome to our site.
Namibia2009
.

Säuger in Namibia

 

 

Wenn man an Afrika - oder besser - an Namibia denkt, kommen einem unwillkürlich die "BIG FIVE" in den Sinn. Diese großen Fünf -Afrikanischer Elefant, Afrikanischer- oder Kaffernbüffel, Spitzmaulnashorn, Löwe und Leopard - in freier Wildbahn zu sehen ist ein großes Ziel eines jeden Tierbeobachters oder -fotografen.

Möglich ist es, aber man muß schon bereit sein, weite Wege in Kauf zu nehmen. Denn die Büffel findet man nur im äußersten Nordosten, im Caprivizipfel. Auf Elefant, Spitzmaul-Nashorn, Löwe und Leopard stößt man hingegen auch im Etosha-Nationalpark. Und wenn man Geduld und viel Glück hat, wird man u.U. belohnt. Es gibt aber keine Garantie!

Unsere Sammlung wies am Ende unserer ersten Namibia-Reise noch Lücken auf. Lediglich  2 1/2 der Big Five bekamen wir zu Gesicht. Und das 1/2 zählen wir nur, weil wir wenigstens Breitmaul-Nashörner beobachten konnten. An Elefant und Löwe konnten wir uns in Etosha erfreuen.  

Aber nicht nur für diese Sammlung hatten wir Augen. Es gibt weit mehr zu sehen. Und manche Bewohner der Wildnis sind nur körperlich kleiner, aber deswegen nicht weniger interessant. Schauen Sie sich in der Folge unsere Fotobeute an! Viel Spaß!

 

Erdhörnchen in "Rundumsicherung" vor einem Eingang zu ihrem Bau

Erdhörnchen fanden wir überwiegend im Etosha-Nationalpark, wo sie ungeniert ihre Bauten in die Schotterpisten graben.

Erdhörnchen gehören zu den possierlichsten Säugetieren in Namibia. Die genaue Bezeichnung lautet Afrikanisches Borstenhörnchen oder auch Kap-Borstenhörnchen. Im Norden Namibias löst das Kaokoveld-Borstenhörnchen das Kap-Borstenhörnchen ab. Von der Gesamtlänge des erwachsenen Tieres von bis zu 50 cm entfallen ca. 20 cm auf den Schwanz. Männchen sind geringfügig größer als Weibchen. Diese kleinen Erdbewohner sind an das Leben in der Hitze bestens angepasst. Außentemperaturen von über 39°C und Bodentemperaturen von bis zu 62°C sind kein Problem für sie.

Kap-Borstenhörnchen sind tagaktiv. Sie leben in kleinen Kolonien in selbstgegrabenen Bauen, deren Tunnel ein Areal von 700 m² haben können und zwei bis hundert Eingänge haben. Kolonien bestehen entweder nur aus Weibchen und deren Nachwuchs, oder nur aus Männchen. Nur kurzzeitig suchen Männchen die Bausysteme der Weibchen auf, um die Begattung zu vollziehen. Ein Weibchenbau umfasst ein bis vier ausgewachsene Weibchen und deren Nachwuchs. Ein Männchenbau umfasst bis zu 19 Männchen, die nicht untereinander verwandt sind. Während Weibchenbaue in der Zusammensetzung fest sind, sind Männchenbaue lockere Verbände, zu denen ständig neue Individuen hinzustoßen, während andere abwandern.

Baue bieten Schutz vor extremen Außentemperaturen und vor Feinden. Mit einem Warnruf werden andere Mitglieder einer Gruppe vor einem Feind gewarnt. Sowohl Männchen als auch Weibchen teilen sich die Baue oft mit Erdmännchen und/oder Fuchsmangusten. Nahrung wird in den Bauen nicht gespeichert.

Die Tragzeit beträgt 42 bis 49 Tage. Ein Wurf besteht aus ein bis drei Jungen. Diese bleiben etwa 45 Tage im Bau und werden nur vom Weibchen versorgt. Die Jungen sind zunächst nackt und blind. Ab dem siebenten Lebenstag beginnt das Fell zu sprießen, und etwa am 35. Tag öffnen sich die Augen. Bald nach dem Verlassen des Baus werden die Jungen nicht mehr gesäugt und suchen sich die Nahrung selbst. Kap-Borstenhörnchen sind das ganze Jahr über fortpflanzungsbereit, ziehen aber selten mehr als einen Wurf pro Jahr auf.

Die Nahrung der Kap-Borstenhörnchen besteht aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Wurzeln und Früchten, und manchmal ergänzend aus Insekten.

Zebramangusten auf einem verlassenen Termitenbau

Auch diese Mangusten konnten wir im Etosha-Nationalpark beobachten. Sie anektieren gerne verlassene Termitenhügel und bewohnen sie. Man erkennt die Hügel, in denen keine Termiten mehr leben, an den Löchern in den Wänden. Niemals darf man in einen solchen Bau hineingreifen, denn außer den Mangusten haben auch Schlangen, allen voran die Schwarze Mamba gefallen an dieser Art Unterschlupf.

Die Zebramanguste (Mungos mungo) ist eine Raubtierart aus der Familie der Mangusten(Herpestidae). Sie ist in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara verbreitet und durch ihre Rückenstreifen charakterisiert. Sie lebt in Gruppen von meist 10 bis 20 Tieren und hat ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Ihre Nahrung sind vorwiegend Insekten und andere Kleintiere, auch Schlangen.

  

Klippschliefer - in Namibia auch Dassies genannt

Während unseres Aufenthalts im Erongo-Gebirge konnten wir täglich die süßen Dassies beobachten.

Es handelt sich um kaninchengroße Tiere, die in ariden und felsigen Gebieten Afrikas und Westasiens vorkommen. Sie wiegen etwa 2 bis 4,5 Kilogramm. In der Farbe sind Klippschliefer sehr variabel; alle Brauntöne können vorkommen. In der äußeren Gestalt ähneln sie einem Pfeifhasen oder einem Murmeltier, diese Ähnlichkeit ist aber rein äußerlich. In der Anatomie weist der Klippschliefer all die für Schliefer typischen Merkmale auf wie die kleinen Hufe, die einziehbaren Fußsohlen und die mit andersfarbigen Haaren bedeckte Rückendrüse. Von den drei Zehen an den Hinterfüßen trägt die mittlere eine Kralle, die beiden äußeren sind wie bei den Vorderfüßen mit knotenförmigen Hufen ausgeprägt. Ihre ansonsten kaum erkennbare Verwandtschaft zu den Elefanten und Seekühen wird an den beiden ständig nachwachsenden Zähnen im Oberkiefer sichtbar. Die oberen Schneidezähne der Klippschliefer sind halbkreisförmig gebogene, breitseitige Prismen, die unteren liegen fast horizontal und reichen weit in den Kiefer. Die Oberlippe ist gespalten, der Schwanz nur ein Stummel.

Eine Besonderheit stellt ihre Iris dar, die sich so weit verengen kann, dass die Klippschliefer stundenlang direkt in die Sonne blicken können.

Klippschliefer leben in Kolonien bis zu 50 Tieren in zerklüfteten Landstrichen. Hier sind sie bei Tage aktiv und bewegen sich flink auf den Felsen. Bei Gefahr fliehen sie rasch in Felsspalten oder andere Unterschlupfe. Sie mögen das Sonnenlicht; bei Kälte und Regen bleiben sie meistens in ihren Höhlen und lassen sich nicht blicken. Nachts senken sie ihre Körpertemperatur um ungefähr 4 °C ab, um Energie zu sparen. Daher wärmen sie sich morgens als erstes in der Sonne wieder auf, bevor sie sich anderen Aktivitäten widmen.

Die Nahrung sind alle pflanzlichen Stoffe. Auf Nahrungssuche können Klippschliefer auch auf Bäume klettern. Da sie genug Flüssigkeit aus der Nahrung ziehen, müssen Klippschliefer nicht trinken; wenn aber Wasser in der Nähe ist, stillen sie daran dennoch ihren Durst. Klippschliefer verbringen weniger als eine Stunde am Tag mit Fressen, was für ein pflanzenfressendes Tier sehr kurz ist.

Die Kolonien bestehen aus einer oder mehreren Familien, die jeweils von einem Männchen geführt werden, ansonsten aber nur aus Weibchen und Jungtieren bestehen. Zwischen den Familien gibt es kaum Interaktionen, obwohl sie dicht beieinander leben. Innerhalb der Familienverbände wachen die Männchen darüber, dass keine fremden Männchen in das Territorium eindringen. Männliche Jungtiere werden vor Erreichen der Geschlechtsreife vertrieben. Weibchen verhalten sich dagegen nicht territorial; so kann es auch vorkommen, dass sich ein fremdes Weibchen einer Gruppe anschließt. Ein oder mehrere Individuen halten in solchen Kolonien Wache und warnen die anderen Mitglieder ihrer Gruppe mit einem bellenden Laut vor nahenden Raubtieren.

Die Tragzeit beträgt 225 Tage; der Wurf besteht aus zwei bis drei Jungen. Die Neugeborenen sind sehr weit entwickelt. Sie kommen mit offenen Augen zur Welt und können sofort umherlaufen. Die Lebensdauer in Gefangenschaft kann elf Jahre betragen, aufgrund des Jagddrucks dürfte sie in freier Wildbahn sehr viel kürzer sein.

Zu den Fressfeinden der Klippschliefer zählen Leoparden, Schakale, Mangusten, Wiesel und Greifvögel. Klippschliefer wissen sich zu wehren und verteidigen sich beißend und kratzend, wenn sie gepackt werden. Manchmal gelingt es ihnen dadurch, sich aus dem Griff eines Raubtiers zu lösen und in ihr Versteck zu fliehen.

In Namibia und Südafrika werden die Cape Hyrax im allgemeinen Rock Dassie (Dussy) genannt.

Felsratte

Auch die flinke Felsratte lief uns im Erongo-Gebirge vor die Linse.

Die Felsenratte (Petromus typicus) ist eine Nagetierart. Sie hat keine näheren lebenden Verwandten und wird in einer eigenen Familie, Petromuridae, eingeordnet; auch mit den Ratten(Gattung Rattus) ist sie nicht näher verwandt.

Felsenratten haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Hörnchen, haben allerdings keinen buschigen Schwanz. Ihr Schädel ist abgeflacht, die Ohren sind klein und rund. Sie haben kurze Gliedmaßen mit vier Zehen an den Vorderpfoten und fünf an den Hinterpfoten. Ihre Wirbelsäule ist sehr biegsam, was ihnen in Verbindung mit dem flachen Schädel ermöglicht, in enge Felsspalten hineinzukriechen. Ihr Fell weist eine an ihr felsiges Habitat angepasste Tarnfärbung auf, die Oberseite ist graubraun gefärbt, die Unterseite gelblich-braun. Das Fell wächst in Büscheln von drei bis fünf Haaren, was zu einem borstigen Aussehen führt, tatsächlich ist ihr Fell aber weich und seidig. Felsenratten erreichen eine Kopfrumpflänge von 14 bis 20 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 13 bis 18 Zentimetern und ein Gewicht von 100 bis 300 Gramm.

Lebensraum der Felsenratten sind trockene Gebiete im Hügelland oder Gebirge, die oft mit Felsspalten durchzogen sind. Diese dienen ihnen als Unterschlupf, vorwiegend am Morgen und am späten Nachmittag kommen sie heraus, um nach Futter zu suchen oder in der Sonne zu aalen. Dabei achten sie aber darauf, möglichst oft unter überhängenden Felsen verborgen zu bleiben, um von Greifvögeln, ihren hauptsächlichen Fressfeinden, nicht gesehen zu werden. Ihr Körperbau ist eher an eine laufende als an eine springende Fortbewegung angepasst, manchmal hüpfen sie aber zwischen den Felsen, wobei sie ihren Körper ähnlich den Gleithörnchen durchstrecken.

Felsenratten leben allein oder in Paaren. In einer Studie fand man 15 Exemplare in einem sechs Hektar großen Gebiet. Oft bewohnen sie den gleichen Lebensraum wie Klippschliefer, durch ihre geringere Größe kommt es dabei zu keiner Konkurrenz um schützende Felsspalten. Felsenratten sind Pflanzenfresser, zu ihrer Nahrung zählen Gräser, Samen und Beeren. Die Paarung erfolgt im Frühsommer (November bis Dezember), nach einer rund dreimonatigen Tragzeit kommen ein bis drei Jungtiere zur Welt. Diese sind behaart und relativ weit entwickelt. Weibchen haben drei Paar Zitzen, die auf den Körperseiten auf Höhe der Schulterblätter liegen, damit wird das Säugen in engen Felsspalten ermöglicht. Mit rund zwei Wochen nehmen die Jungen erstmals feste Nahrung zu sich, mit drei Wochen werden sie entwöhnt. Über die Lebenserwartung ist nichts bekannt.

Stachelschwein

Stachelschweine sind nachtaktiv. Dieser Schnappschuß gelang während das Abendessens in der Erongo Wilderness Lodge.

Das Gewöhnliche Stachelschwein hat eine Kopfrumpflänge von 57 bis 68 cm, manchmal jedoch auch über 90 cm. Es wiegt 17 bis 18 kg, in Ausnahmefällen auch 24 kg.

Das typische Stachelkleid auf der Oberseite, das der Selbstverteidigung dient, besteht aus umgewandelten Haaren und weist die verschiedensten Haartypen auf: weiche Wollhaare, steifere Haare, flache Borsten, dicke, sehr elastische, lange Borsten und starre, lange runde Spieße. Einzelne Spieße können bis zu 40 cm lang werden und einen Durchmesser von 7 mm haben. An der Schwanzspitze befinden sich eine Anzahl hohler, kapselartiger Stacheln, die Rasselbecher genannt werden und bei Erregung geschüttelt werden, so dass ein rasselndes Geräusch entsteht.

Das Gewöhnliche Stachelschwein ist nachtaktiv und verhält sich wenig unauffällig, sondern schnaubt und grunzt geräuschvoll. Es verbringt den Tag in seinem unterirdischen Bau. Es lebt in fester Paarbindung und betreut lange und intensiv seine Jungen. Oft findet man Familiengruppen aus den Eltern und den Jungen der letzten beiden Würfe. Nach einer Tragzeit von etwa neun Wochen bringt das Gewöhnliche Stachelschwein ein bis vier Junge zur Welt, die noch weiche Stacheln haben. Nach zwei Monaten werden die Jungen entwöhnt und sind nach einem Jahr geschlechtsreif.

Das Gewöhnliche Stachelschwein frisst vor allem Pflanzen, besonders Wurzeln, Knollen und Zwiebeln, die Früchte von Sträuchern und auf dem Boden liegende Baumfrüchte. Selbst Kräuter und Baumrinden verschmäht es nicht. Maiskolben erbeutet es, indem es die Stängel durchbeißt, um so an die Kolben zu gelangen. Darüber hinaus frisst es auch Insekten, Frösche und andere Kleintiere sowie die Knochen von frischem Aas.

 

 

Warzenschwein

Warzenschweine sahen wir überall. Bereits auf dem Weg nach Nomtsas lief uns eine Familie über den Weg.

Warzenschweine ähneln auf den ersten Blick einem etwas flacheren Wildschwein mit einem etwas zu groß geratenen bizarren Kopf. Vor allem die sechs paarig angeordneten Warzen am Kopf und die halbkreisförmigen, bis zu sechzig Zentimeter langen, gekrümmten Hauer (die Eckzähne des Oberkiefers) tragen zu diesem Eindruck bei. Die unteren Eckzähne sind ebenfalls verlängert, sie sind kürzer, aber schärfer. Die Warzen, die besonders bei alten Männchen sehr groß sein können, sind reine Hautgebilde ohne knöcherne oder Muskelgrundlage, die bereits beim Embryo angelegt sind. Der kurze Hals trägt eine Art Wamme.

Das gewöhnlich graue Fell der Warzenschweine ist aufgrund seiner wärmeren Heimat wesentlich weniger dick als das der mitteleuropäischen Wildschweine. Es hat eine lange Nacken- und Rückenmähne, die sich bei Gefahr aufstellt und einen mit einer Quaste versehenen Schwanz, den es bei Flucht oder Angriff aufstellt - diesem Verhalten verdanken sie auch den Spitznamen „Radio Afrika“. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 90 bis 150 Zentimeter, der Schwanz wird 25 bis 50 Zentimeter lang und die Schulterhöhe beträgt 64 bis 85 Zentimeter. Das Gewicht liegt zwischen 50 und 150 Kilogramm, wobei die Männchen schwerer als die Weibchen werden.

Warzenschweine sind im Gegensatz zu den meisten anderen Schweinearten tagaktiv, ruhen aber während der Mittagshitze im Gebüsch oder unter Bäumen. Des Nachts verbergen sie sich in Felslöchern, alten Termitenbauten und mit Vorliebe in den Höhlen der Erdferkel, die nachts auf Nahrungssuche gehen. Diese Schweine leben in Gruppen von vier bis 16 Tieren, die sich meistens aus mehreren Weibchen mit deren Nachwuchs zusammensetzen. Auch junge Männchen bilden Gruppen, während ausgewachsene Eber meist einzelgängerisch leben. Mehrere Gruppen und Einzeltiere bilden eine Großgruppe. Die Reviere mehrerer Gruppen innerhalb einer Großgruppe überlappen sich, manchmal werden auch Erdlöcher und andere Ressourcen gemeinschaftlich genutzt. Warzenschweine sind ausgesprochen wehrhafte Tiere, die mitunter sogar Leoparden zu vertreiben vermögen. Warzenschweine sind Allesfresser, die aber vorwiegend pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Bei der Aufnahme von Gräsern lassen sie sich auf die Handgelenke nieder und schieben sich in dieser Haltung vorwärts. Mit der Schnauze und den Hauern durchwühlen sie das Erdreich auf der Suche nach Wurzeln und Knollen. Beeren, Baumrinde und gelegentlich Aas ergänzen den Speiseplan.

Nach einer rund 150- bis 175-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen ein bis acht (üblicherweise zwei oder drei) Jungtiere zur Welt. Die Geburten fallen meist in die Trockenzeit, rund vier bis fünf Monate nach Ende der Regenzeit. Mit 50 Tagen begleiten die Jungtiere ihre Mutter, mit rund fünf Monaten werden sie entwöhnt. Die Männchen verlassen ihre Mutter mit rund 15 Monaten, die Weibchen bleiben länger, oft schließen sie sich auch der Gruppe der Mutter an. Die Geschlechtsreife tritt mit rund 18 bis 21 Monaten ein. In freier Natur beträgt ihre Lebenserwartung sieben bis elf Jahre, in menschlicher Obhut können diese Tiere 18 Jahre alt werden.

Breitmaul-Nashorn

Nachdem wir in der Etosha-Pfanne nur nachts an diversen Wasserlöcher Nashörner erahnen konnten, gelangen uns auf der Okapuka-Safarifarm wenigstens ein paar schöne Fotos von Breitmaul-Nashörnern.

Das Breitmaulnashorn ist nach den drei Elefantenarten das viertgrößte Landsäugetier. Es weist eine Kopfrumpflänge von 3 bis 4 m, eine Schulterhöhe von 160 bis 200 cm und ein Gewicht von 1.400 bis 3.500 kg auf und ist damit auch größer als alle anderen Nashornarten. Es bildet zwei Hörner aus, wovon das vordere eine Länge von über 150 cm erreicht, das hintere jedoch ist deutlich kleiner. Die Unterlippe hat eine hornige Kante, die die fehlenden Schneidezähne ersetzt und mit deren Hilfe die Tiere die Grasnahrung abreißen. Außer an den Ohrrändern und am Schwanzende ist das Nashorn unbehaart. Seine Körperfarbe ist wie die des Spitzmaulnashorn schiefergrau. Als Unterscheidungsmerkmale zum Spitzmaulnashorn(Diceros bicornis) hat das Breitmaulnashorn große Spitzohren, ein breites, stumpfes Maul ohne Greiffortsatz und einen auffallenden Nackenhöcker, der aus Bindegewebe und Muskulatur gebildet wird.

Der Geruchssinn ist sein wichtigster Sinn; Ohren und Augen spielen dagegen untergeordnete Rollen. Wie das Spitzmaulnashorn kann es auf eine Entfernung von 20 m kaum noch etwas erkennen.

Das Breitmaulnashorn bevorzugt als Grasfresser ein mit Gras und niedrigem Buschwerk bewachsenes Gelände, in das ausreichend Deckung und Schatten spendende Busch- und Walddickungen eingestreut sein müssen. Dabei zieht es die Nähe von Gewässern vor. Ist diese nicht gegeben, unternimmt es regelmäßige Wanderungen zu geeigneten Wasser- und auch Suhlstellen. Es ist überwiegend tagaktiv, vermeidet aber die direkte brennend heiße Sonne.

Breitmaulnashörner sind nicht so strikte Einzelgänger wie andere Nashornarten. Gruppen von zehn Tieren, meist bestehend aus Müttern mit ihren Jungen und anderen Weibchen, sind dabei keine Seltenheit. Bullen werden geduldet, solange sie keine Paarungsversuche bei nicht brünstigen Weibchen versuchen. Eine solche Gruppe bildet einen eher lockeren Verband, der sich aber bei Gefahr einigelt, also einen Kreis bildet mit den hornbewehrten Schädeln nach außen. Ältere Bullen leben allein und haben ein festes Revier von 1-8 km² Größe. Dieses Territorium wird gegen andere Bullen verteidigt; allerdings sind ernsthafte Kämpfe selten und kommen höchstens beim Werben um eine Kuh vor. Junge Bullen und andere Kühe werden oft im Revier geduldet. Breitmaulnashörner leben in großen Gemeinschaftsterritorien, die durch feste Kotplätze und Verspritzen von Harn markiert sind.

Breitmaulnashörner gelten als wenig angriffslustig, können aber zu gefährlichen Gegnern werden und setzen dann das lange Horn als Waffe ein. Die normale Trabgeschwindigkeit liegt bei etwa 15 bis 30 km/h, beim Angriff oder auf der Flucht können sie im Galopp auch 40 km/h erreichen. Da sie wie alle Nashörner schlecht sehen, besitzen sie kein visuell erkennbares Ausdrucksverhalten, was sie für Menschen unberechenbar macht.

Mit fünf Jahren sind Breitmaulnashörner geschlechtsreif. Allerdings sind Bullen erst im Alter von über zehn Jahren kräftig genug, um sich gegen konkurrierende Bullen durchzusetzen und sich mit einer Kuh zu paaren. Brünstige Weibchen sondern sich von der Gruppe ab und markieren auffallend häufig, was deckwillige Bullen anlockt. Nach einem langdauernden Vorspiel mit Reiben und Scheinkämpfen kommt es schließlich zur Begattung, die 20 bis 80 Minuten dauern kann. Zeitweise stößt der Bulle dabei alle drei Minuten Samen aus, was zu dem Aberglauben geführt haben könnte, dass das pulverisierte Horn potenzfördernd sei. Nach der Vereinigung kehrt das Weibchen meist zur Gruppe zurück. Die Tragzeit beträgt 18 Monate. Zum Abschluss wird ein ca. 40 kg schweres Kalb geboren. Es ist schon 24 Stunden nach der Geburt in der Lage, der Mutter zu folgen. Es wird etwa ein Jahr gesäugt und nimmt bereits eine Woche nach der Geburt auch Gras zu sich. Erst nach zweieinhalb bis drei Jahren wird die Mutter wieder brünstig und vertreibt dann das Junge. Nach der Geburt des nächsten Kalbes und nach den ersten Wochen gesellt sich häufig auch das letzte Junge wieder zu seiner Mutter.

Afrikanischer Elefant

Wir haben bei unserem Etosha-Aufenthalt lange warten bzw. suchen müssen. Ein außergewöhnlich nasser März hatte jede Menge Trinkplätze für die Dickhäuter gefüllt, daher waren diese nicht auf die Wasserlöcher der Camps angewiesen. Aber unsere Geduld zahlte sich aus. Diese grauen Giganten hautnah zu erleben ist ein beeindruckendes Erlebnis.

      

Ein Afrikanischer Elefantenbulle wird durchschnittlich 3,20 m groß und 5 t schwer. Selten können Bullen auch eine Körpergröße von 4  m und ein Gewicht von 7,5 t erreichen. Kühe sind kleiner und leichter als Bullen, im Schnitt werden sie 2,50 m groß und 2,8 t schwer. Die Kopfrumpflänge beträgt 6,00 bis 7,50 m, der Schwanz ist etwas länger als 1,00 m.

Im Gegensatz zum Asiatischen oder Indischen Elefant besitzen sowohl die Männchen als auch die Weibchen in aller Regel Stoßzähne. Sie können beim Männchen gelegentlich bis 3 m lang und 100 kg schwer sein. Der größte je gefundene Stoßzahn maß 3,50 m. Beim Bullen wachsen die Stoßzähne ein Leben lang sowohl in die Länge als auch in die Breite. Die Stoßzähne der Kuh wachsen nach dem 15. Lebensjahr nur noch in die Länge und dies mit einer sehr viel geringeren Geschwindigkeit als beim Bullen; sie wirken daher schlanker als die des Bullen. Die Stoßzähne werden zum Graben, Stochern und zur Verteidigung eingesetzt und damit abgenutzt; sie können dabei auch ganz oder teilweise abbrechen.

Ein Unterschied zum Asiatischen Elefanten sind die deutlich größeren Ohren, die eine Länge von 2 m erreichen können. Am Rüsselende besitzt der Afrikanische Elefant zwei "Finger", der Indische Elefant nur einen. An den Vorderfüßen trägt er meist nur vier und an den Hinterfüßen meist drei Zehen. Der Asiatische Elefant dagegen hat fünf Zehen vorn und vier Zehen an den Hinterfüßen. Die Anzahl der Zehen ist jedoch kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Der Afrikanische Elefant weist zudem im Gegensatz zur hochgewölbten Stirn der asiatischen Form eine flache, fliehende Stirnpartie sowie im Gegensatz zum Buckelrücken des Asiaten meist einen Sattelrücken auf. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind Aufbau und Struktur der Backenzähne.

Elefanten können nicht schwitzen. Nur über die gut durchbluteten Ohren, die von bis zu 14 Litern Blut pro Minute durchflossen werden, kann überschüssige Wärme abgegeben werden. Das erklärt ihre Größe. Ansonsten kühlen sich Elefanten auch gerne im Wasser ab.

Elefanten können in unterschiedlichen Lebensräumen leben, vorausgesetzt, es ist Schatten, Wasser und genügend Futter vorhanden. In Wüsten leben Elefanten gewöhnlich nicht. Eine Ausnahme bildet die Namibwüste, in der es eine Population von „Wüstenelefanten“ mit speziellen Anpassungen (v. a. einer Verbreiterung der Sohlenauflage) an diesen trockenen Lebensraum gibt - man spricht hier von "wüstenangepassten" Elefanten. Im Gebirge findet man Elefanten gelegentlich in Höhen bis zu 5000 m; ihr bevorzugter Lebensraum liegt allerdings im Flachland.

Afrikanische Elefanten brauchen in ihrem Lebensraum eine Wasserstelle, die sie einmal täglich aufsuchen können. Wenn es der Wasserstand erlaubt, baden sie gerne und lassen manchmal beim Untertauchen nur den Rüssel aus dem Wasser heraussehen.

Afrikanische Elefanten sind tag- wie nachtaktiv. Sie ruhen meistens während der Mittagshitze und/oder nach Mitternacht, indem sie am Boden liegen oder (häufiger) gegen einen Baum gelehnt schlafen. Im Durchschnitt legt eine Herde je Tag 12 km zurück. Ihre Geschwindigkeit beträgt dabei 10 km/h. Wenn nötig, können Elefanten jedoch auch 40 km/h schnell laufen. Unbedroht sind Elefanten friedliche Tiere. Allerdings werden Elefantenkühe mit sehr jungen Kälbern schnell aggressiv, wenn man sich ihnen zu sehr nähert.

Die Herde wird von einer alten, dominanten Leitkuh geführt. Im Schnitt umfasst eine solche Herde zehn Kühe mitsamt ihres Nachwuchses. Wenn Herden aufeinandertreffen, schließen sie sich manchmal auf Zeit zu losen Verbänden zusammen, die mehrere hundert Tiere umfassen können. Die Leitkuh hält die Herde zusammen und behält ihre Position bis zum Tode. Dann nimmt meist ihre älteste Tochter ihren Rang ein. Männchen sind nur als Jungtiere Teil einer Herde; wenn sie mit acht Jahren die Pubertät erreichen, werden sie von den älteren Kühen vertrieben. Meist finden sich Männchen zu eigenen Junggesellenverbänden zusammen, nur während der Musht sind sie als Einzelgänger unterwegs. Die Musth, eine Periode erhöhter Testosteron-Produktion und gesteigerter sexueller Aktivität beim Bullen, tritt etwa ab dem 25. Lebensjahr auf. Ein Bulle in der Musth ist an der Sekretausscheidung aus Drüsen hinter dem Auge, ständigem Harnlassen und gesteigerter Aggressivität zu erkennen. Die Musth dauert anfangs nur wenige Tage, doch je älter ein Elefantenbulle wird, desto länger hält dieser Zustand an. Schließlich kann er drei Monate und mehr betragen. Bullen in der Musth sind gegenüber anderen, die nicht in der Musth sind, dominant. Im Kampf sind sie oft selbst dann überlegen, wenn der Konkurrent stärker und größer erscheint. Musth-Bullen sind besonders angriffslustig und kämpfen mit Konkurrenten um das Recht, sich mit einer Kuh zu paaren.

Ausgewachsene Bullen gesellen sich nur zur Begattung zu den Herden. Elefantenkühe sind jeweils nur wenige Tage befruchtungsfähig. Dieser Zustand kann zu beliebiger Jahreszeit auftreten. Die Jungen werden demzufolge ganzjährig geboren, die Tragzeit beträgt etwa 22 Monate. Gewöhnlich kommt ein einziges Junges zur Welt, Zwillingsgeburten kommen in 1 bis 2 % der Fälle vor. Ein junger Elefant wiegt etwa 100 kg und kann eine halbe Stunde nach seiner Geburt stehen. Er wird etwa ein Jahr gesäugt. Die Geschlechtsreife kann bereits im zehnten Lebensjahr erreicht werden, oft aber auch erst einige Jahre später. Bullen sind vor ihrem zwanzigsten Lebensjahr nicht stark genug, den Anspruch auf eine Paarung durchzusetzen. Beide Geschlechter drohen, indem sie den Rüssel heben, die Ohren schwenken, Staub auftreten und den Kopf hin und her schütteln. Vor dem Angriff wird mit einem lauten Trompeten gewarnt. Meistens sind Kämpfe schnell entschieden, in manchen Fällen können sich Bullen aber auch tödliche Wunden mit ihren Stoßzähnen zufügen.

Afrikanische Elefanten sind bis zum 55. Lebensjahr fruchtbar. Ihre Lebenserwartung beträgt 70 Jahre. Abgesehen vom Menschen kennen Afrikanische Elefanten wenige natürliche Feinde. Allerdings scheinen sich Löwen in einigen Gebieten Afrikas in den letzten 20 Jahren zunehmend auf die Jagd nach ihnen spezialisiert zu haben. Im Chobe-Nationalpark in Botswana und im benachbarten Hwange-Nationalpark Simbabwes machen Elefanten mittlerweile etwa 20 % der Löwennahrung aus, wobei vor allem Jungtiere und insbesondere Halbwüchsige im Alter von vier bis elf Jahren erlegt werden. Der Afrikanische Elefant ernährt sich von Gräsern, Wurzeln, Blättern, Zweigen, Baumrinden, Holz, und verschiedenen Früchten. In Gefangenschaft bekommen Elefanten überwiegend Heu. Sie verbringen 16 bis 20 Stunden mit Fressen. Am Tag frisst ein Elefant etwa 200 bis 300 kg.

Bei Elefanten erneuern sich die abgenutzten Zähne bis zu sieben Mal. Nachdem die letzten Zähne abgenutzt worden sind, ist ein Elefant auf weichere Nahrung angewiesen. Sehr alte Elefanten suchen daher Sümpfe auf, um die dortigen Gräser zu fressen, und letztlich sterben sie an solchen Orten. Dieser Umstand, der alte Elefanten alle zu einem Ort treibt, hat zur Legende um die so genannten „Elefantenfriedhöfe“ geführt. Extrem wichtig für Elefanten ist Wasser, von dem sie täglich 100 bis 150 Liter benötigen. Die Kenntnis von Wasserstellen bzw. die Suche danach ist für das Überleben besonders während der Trockenzeit entscheidend.

Start
Die Reise
Säuger in Namibia
Vögel in Namibia
Insekten in Namibia
Amphibien in Namibia
Das Fazit
Reisetipps
Links
Kontakt
Footer-Nachricht